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Ökologie und Design

 

 

Michael Erlhoff

Solarmobile

 

Neben Kunst und Design sind nun auch Solarautos zu einem beliebten Förderungsgegenstand von Firmen geworden. Vornehmlich von solchen, die mit der eigenen Produktion in absehbarer Zeit nicht mehr werbend an die Öffentlichkeit gehen können. So die Zigarettenfirma B.A.T. - Vertreiber von etwa 40 Zigarettenmarken in aller Welt. Auch sie will ihren Beitrag zur »möglichen Lösung von Umweltproblemen leisten« und hat deshalb einen Solarmobil-Designwettbewerb mit dem beziehungsreichen Titel »Discover Solar Gold« ausgeschrieben, dotiert mit insgesamt 30.000,- DM. Den ersten Preis erhielt der Schweizer Peter Kägi. »Konsumentenfreundliche Produkte schaffen, ist die Verpflichtung zu neuen Perspektiven.« Weiterhin vergab die Jury einen Sachpreis von 5.000,- DM an das Jugendzentrum Liechtenstein (Stuttgart) und einen Perspektivpreis von 7.000,- DM an die TU Berlin, Institut für Fahrzeugbau/HdK Berlin, Fachbereich Design. Insbesondere mit der Vergabe des Perspektivpreises wolle man Anstöße für neue Ideen alternativer verbraucherfreundlicher Technologien geben, so der B.A.T.-Marketing-Manager Rolf Bielefeld. Chancen räumt er dem Solarmobil vor allem als Stadt- bzw. Zweitwagen ein, allerdings sei ein Umdenkungsprozeß hinsichtlich zukünftiger Verkehrssysteme nötig.
Zwei Aspekte dieses Preises sind interessant:

- die etwa 50 Einreicher sind in der Regel Einzelpersonen und Autowerkstätten oder kleine Firmen, die sich auf Solarautos spezialisiert haben, sie inzwischen produzieren und vertreiben. Angeschriebene große Autohersteller haben nicht reagiert oder abgesagt.

- Die Solarmobile selbst sind entweder frei gestaltet oder auf der Grundlage gängiger Autotypen hergestellt, die allerdings besondere Eigenschaften aufweisen müssen - geringes Gewicht und Leichtbau.
Der Preis ist 1990 bereits zum zweiten Mal vergeben worden. In den nächsten Jahren will man erst einmal Abstand von weiteren Ausschreibungen nehmen, »so schnell entwickeln ja die Bastler nichts Neues«. Im Moment werden andere Öffentlichkeitsstrategien in Erwägung gezogen, zum Beispiel Werbefahrten mit dem Siegerauto.
»...Die Hauptkriterien der Jury lagen im neu formulierten Ausdruck der Innovation von Solarmobilen sowie in einem hervorragenden Design. Weil wir deutlich machen wollen, daß die Alternative zum Bestehenden nicht häßlich sein muß, vielmehr eine eigene Gestalt findet und sich dadurch in das Bestehende integriert. Dabei versteht sich von selbst, daß wir auch ein wichtiges Augenmerk auf die Alltagstauglichkeit richteten, daß auf Sicherheit und Komfort geachtet wurde. Dementsprechend sind wir glücklich über den ersten Preis, der wirklich eine gute Gestaltung dieser neuen Technik präsentiert.

Noch erfreuter sind wir daneben, daß wir den Perspektivpreis vergeben durften. Denn hier geht es um noch größere Komplexität und ein neues Konzept für das Fahren. Design und Technik sollen ja auch neue Wege für den Verkehr und Kommunikation weisen...«