s_fz19.jpg

 

form+zweck 19
Vom Handeln im Netz. Dimensionen der Globalisierung

 

Anne Helfensteller

Soziale Netze in Afrika - dargestellt am Beispiel der Bakuba-Kunst

 

Die Hand
Das etymologische Wörterbuch versucht eine Geschichte des Wortes Hand. Das hebräische Wort »jad« bedeutet gleichzeitig »Hand« und »Macht«. Hand gehört wahrscheinlich als ablautende Substantivbildung zu der Sippe von fangen / greifen und bedeutet demnach eigentlich Greiferin und Fasserin. Sie gilt seit altersher als Symbol der Gewalt über etwas, als Symbol des Besitzes und des Schutzes. Selbst Götter, Riesen und Helden haben Hände, einige sind sogar vielhändig. Die Hand ist »ausgreifendes Werkzeug« der Götter und der Menschen, ist Mittlerin im Himmel und auf Erden, zwischen Himmel und Erde und der Menschen untereinander. Der ägyptische Urgott Ptah formte mit seinen Händen auf der Töpferscheibe das Weltall. Nach dem Propheten Jesaja hat der Herr Himmel und Erde mit seinen Händen erschaffen. Die frühchristliche Kunst zeigt auf Fresken, Mosaiken und Miniaturen die Hand Gottes als Zeichen und Symbol seines Eingreifens. Zu einer solaren Symbolik gehören die gespreizten Finger auf Felsmalereien und Homers »rosenfingerige« Göttin der Morgenröte. Im Mittelmeerraum und im Orient sind gewisse Handhaltungen als magisches Abwehrmittel bekannt. Als Symbol der Macht kann die Hand auch Hoheitszeichen sein, so in Westafrika in Verbindung mit dem Elefantenrüssel. Hand und Handschlag sind Rechtssymbole. Die Darreichung der Rechten galt in der Antike als Zeichen der Übereinstimmung. Das Händewaschen hat im Kult alter und neuer Zeit eine große Bedeutung. Berühmt ist Matthäus 27,24: »Da aber Pilatus sah, dass er nichts schaffte, sondern dass ein viel grösseres Getümmel ward, nahm er Wasser und wusch sich die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blute dieses Gerechten; seht ihr zu!« Im Allgemeinen Handwörterbuch der philosophischen Wissenschaft nebst ihrer Literatur und Geschichte, (D. Wilhelm Traugott Krug, 1833 Leipzig) wird Anaxagoras zitiert, der behauptet hatte, die Stiere wären Menschen, wenn sie Hände hätten, Aristoteles pflichtet ihm indirekt bei: »...während der Mensch in Bezug auf alle anderen Sinne hinter den Tieren zurücksteht, übertrifft er sie weit in der Feinheit des Tastsinns. Darum ist er auch der Klügste unter allen Lebewesen.«