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Chup Friemert

Earth Lounge

 

Nach einer Idee der ag4 Köln wurde auf dem ›UN-Umweltgipfel für nachhaltige Entwicklung 2002‹ in Johannesburg in Südafrika das Projekt ›Earth Lounge‹ aufgebaut. Eine freitragende Kuppel war Ausstellungsplattform, Vortrags- und Diskussionszentrum sowie Projektionsraum für eine Videolasershow und Filmvorführungen. Die Kuppel war überspannt mit einem 900 qm großen Seidenballon, der ein Satellitenbild der Erde zeigt. Dieses Bild war außen und durch die semitransparente Hallenhaut auch innen zu sehen. Nachts leuchtete die Kuppel. Sie wurde zum meist fotografierten Objekt des Gipfels.


In einer Zusammenarbeit von ag4/Köln, Carl Zeiss Jena und Exponent 3 Media/München entstand die Earth Lounge nach eine Idee der ag4. Auftraggeber war BMW/München, die in einer Ausstellung ihre Lösungen und Zukunftsvisionen zur nachhaltigen Gestaltung der Umwelt unter dem Titel »Sustainability. It can be done« zeigten. Die Earth Lounge auf dem Sandton Square nahe dem Kongreßzentrum war dafür zentraler Ausstellungs- und Präsentationsraum.

Die Kuppel
Die EarthLounge ist eine nur durch Luft getragene Kuppel mit einem Durchmesser von 24 Metern. Über diese Kuppel wurde Ballonseide gespannt, die mit einem dafür gesondert entwickelten Mechanismus auf- und abgezogen werden konnte. Im geschlossenen Zustand diente die 700 qm Kuppelfläche - ähnlich den Kuppeln in Planetarien - als Projektionsfläche. Sie ist größer als jeder IMAXScreen - und die gelten als die größten Leinwände der Welt. Hätte man diese Fläche mit normalen Videoprojektoren bespielt, wäre die halbe Kuppel mit Technik zugestellt. Der Raum sollte frei bleiben für die Ausstellung, Lounge und Veranstaltungen.

Die Laserprojektion
Die neue, in Gera entwickelte Technik der Laservideo-Projektion von Carl Zeiss projizierte bewegte Bilder, Videos und Computergraphiken an die Kuppelfläche. Um dem Auge ein scharfes Bild zu bieten, müssen genügend viele Bildpunkte erzeugt werden. Ein einzelner Projektor kann dies nicht leisten. Deshalb kamen sechs Projektoren zum Einsatz, die zusammengesetzt das Kuppelbild ergaben. Jeder Projektor lieferte Bilddaten mit 1024x768 Pixel, mehr als das 10-fache eines Videobildes.

Die Laser Display Technologie setzt Laserquellen voraus, die wirklich die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau erzeugen können, daraus werden dann reines Weiß und sämtliche anderen Farben aus einer Palette von mehr als 16 Millionen Farben gemischt, auch schwarz statt grau. Der Laser erzeugt jeden Bildpunkt aus den drei Grundfarben und versieht ihn mit dem korrekten Helligkeitswert.

Die Laserprojektion musste trotz Beleuchtung im Inneren und dem Tageslicht von außen helle Bilder liefern. Nur eine verdoppelte Laserleistung ermöglichte dies, so dass schließlich 12 Laserquellen die Energie für die 6 Laser-Projektoren lieferten.

 

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