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form+zweck 21
entwerfen

 

2005

112 Seiten

Halbleinenband

 

Redaktion: Till Bruttel, Chup Friemert, Timo Meisel, Angelika Petruschat, Jörg Petruschat, Silke Ihden-Rothkirch

Gestaltung: Judith Schalansky

 

ISBN 3-935053-10-X

ISSN 0429-1050

25,00 Euro

 

 

 

Seit einigen Jahren macht der Begriff der »Kreativindustrie« Konjunktur. Während das Stammwort »Industrie« an Versatzstücke der fabriklichen Ära erinnert – an weiträumige Lofts und stählerne Türen –, suggeriert der Zusatz »kreativ«, dass die Arbeit endlich befreit sei von allen depravierenden Wirkungen industrieller Betriebsamkeit:

 

Statt wie die Proleten zwischen eisernen Kolossen zu schuften, die den Körper in schweißtreibende Takte zwingen, hängen die Kreativen heute zwischen smarten kleinen Kisten herum, an denen jeder als sein eigener kleiner Direktor auf eine durchaus selbstbestimmte Art fleißig sein kann.

 

Europa, so heißt es euphorisch, habe die Herstellung von Dingen aufgegeben und sein Schicksal hänge nun davon ab, Konzepte und Images zu entwickeln: technologische Innovationen und Phantasieerreger für Konsumakte. Der Kapitalismus sei von einem neuen Geist beseelt und dürfe nun »kultureller Kapitalismus« genannt werden.

 

Aus dem Editorial von Jörg Petruschat