form+zweck 21
entwerfen

 

Prekäre Verhältnisse II

 

Was Produktdesigner seit einigen Jahren erfahren und erleben - einen tiefgreifenden Wandel in den institutionellen Formen und Strukturen ihrer Arbeit, der auch die Inhalte ihrer Tätigkeit gründlich umkrempelt -, das haben Grafik-Designer schon vor längerer Zeit durchgemacht.

 

Allerdings hat der Hype der Informationstechnologien die Dramatik dieser Veränderungen lange Zeit einzig in einem rosigen Lichte erscheinen lassen.

 

Im zweiten Teil unserer Erkundungen zu den prekären Verhältnissen heutiger Gestaltungsarbeit kommen vor allem Kommunikationsgestalter zu Wort.


Sand im Getriebe?

Erik Tuckow, 32, 1994 -1997 Hochschule für bildende Künste Hamburg, 1997-2001 Fachhochschule für Gestaltung Hamburg, Diplom-Grafiker, seit 2001 selbstständiger Grafik-Designer http://www.sichtagitation.de

 

Wie wurdest du Designer?
Zur angewandten Grafik bin ich nicht über das Studium, sondern auf einem anderen Weg gekommen, der mit dem „wilden Plakatieren" zu tun hatte.
Mein politisches Engagement seit dem Ende der achtziger Jahre und die Lust am Gestalten brachten mich 1998 in eine autonome Plakatgruppe. Wir gestalteten und plakatierten Statements zu aktuellen politischen Themen sowie Mobilisierungsplakate zu diversen Anlässen (Demonstrationen, Veranstaltungen, Konzerten) der linken Szene.

Das politische Plakat war dann vier, fünf Jahre lang mein Wahlmedium. Wir waren eine Weile sehr aktiv und ziemlich präsent im Stadtbild, zumindest in den gängigen Vierteln. In dieser Zeit dachte ich: Grafik - große Sache! Das ist vielseitig, wirksam und ein adäquates Mittel, sich den öffentlichen Raum wieder anzueignen. Und es ist nicht, wie die Illustration, so sehr mit mir verwoben, dass ich es nicht instrumentalisieren könnte. Grafik wurde zur Schnittmenge von Politik und Beruf - was neue Probleme aufwarf.

Probleme welcher Art?

 

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