s_fz2_3klein.jpg

 

form+zweck 2+3

Noch einmal: Ökologie, noch einmal: Recycling, noch einmal: DDR

 

 

Heinz Hirdina

Ein kurzer Moment der Irritation

 

Das Kitschprojekt begann an der Humboldtuniversität im Institut für Ästhetik. Karin Hirdina, Professorin und Leiterin des Instituts versuchte zusammen mit einer kleinen Gruppe von Studenten sich dem Phänomen Kitsch zu nähern. Erst einmal über Definitionsversuche - die nichts brachten. Sie beschlossen, Kitsch zunächst einmal zu beschreiben, Erscheinungsformen aufzufächern, nach Grenzfällen zu fragen.
Ein weiteres Projekt zum Kitsch wurde in der Folge an der Kunsthochschule ausgeschrieben. Beide Seminare gemeinsam richteten eine Ausstellung zum Kitsch zu den Tagen der offenen Tür an der Kunsthochschule aus.
Die Texte und Bilder auf den nächsten Seiten sind eine Montage der Ergebnisse, Fragen und versuchten Antworten.

Kitschprojekt
Aus der Ausschreibung an der Kunsthochschule Berlin

Eingeladen sind Studenten aller Fachrichtungen zwischen dem zweiten und fünften Studienjahr.

Zum Thema
Überall ist Kitsch. Nicht nur in der Couch- und Fernsehecke. Auch im Museum und in der Alltagssprache, in Wald und Flur und auf der Bühne, beim Essen, Zechen und Feiern, in der Politik und auf dem Friedhof sowieso.
Der Kitsch schlägt Schneisen in die Hochkultur, er produziert Tränen, Pathos, Ironie und die intellektuelle Überlegenheit. Das Wort ist deutsch, aber es hat sich unübersetzt in aller Welt verbreitet.
Können wir Kitsch auch anders sehen, anders mit ihm leben und schließlich: im Angesicht des Kitschbedürfnisses auch anders gestalten?
Ungelöste Fragen auch nach der Postmoderne. Aber viele Ansätze zu Antworten, theoretische wie praktische, Bücher meterweise.
Seit September dieses Jahres läuft bei Studenten der Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität ein Projekt gleichen Themas.
Fragen dort:
Wie verändert sich der Kitsch über die Jahrzehnte, zum Beispiel im Poesiealbum?
Was tun die Medien zum Kitsch, zum Beispiel im USA-Wahlkampf?
Was rührt das Herz der Emanzipierten, wenn sie Kitsch konsumiert?
Aber: Ist der Kitsch nur weiblich?
Was tun (oder lassen), wenn die Leute Kitsch brauchen?
Von den Ergebnissen an der Humboldt-Uni können wir profitieren, gemeinsame Veranstaltungen sind möglich.

Zum Verfahren
Vorgesehen sind wöchentliche Veranstaltungen an Abenden mit offenem Ende, jeweils zur gleichen Zeit.
Wer sich für die Teilnahme am Projekt interessiert, sollte wissen:

 

... lesen Sie weiter in form+zweck 2+3: Noch einmal: Ökologie, noch einmal: Recycling, noch einmal: DDR ...