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form+zweck 2+3

Noch einmal: Ökologie, noch einmal: Recycling, noch einmal: DDR

 

 

Bodo Hacke

Lückenfüller

 

form+zweck
Früher in der DDR gab es eine staatliche Designpolitik. Aus welchen Gründen auch immer stand dafür ein ganzes Amt und eine Menge Geld zur Verfügung. Und es gab einen Verband Bildender Künstler, der sich um die Designer gekümmert hat. Beides ist weg. Was gibt's denn jetzt an Designförderung?

Hacke
Die Anwendung des Designs ist Sache der Unternehmen. Das Bundeswirtschaftsministerium kann hier nur unterstützend tätig sein, zumal die Länder in diesem Bereich durch ihre Wirtschaftspolitik das Design fördern. Vom Bundeswirtschaftsministerium wird zur Zeit auf dem Gebiet Design nur eines gefördert - der Rat für Formgebung in Frankfurt und dies in begrenzter Größenordnung. Die hierfür zur Verfügung stehenden Mittel sind recht begrenzt, es können damit ca. 30% der Kosten gedeckt werden, die dem Rat für Formgebung entstehen.
Diese Situation kennzeichnet im Prinzip die momentane Grundhaltung der Bundesregierung zum Design. Natürlich ist sie an der Förderproblematik nur insoweit interessiert, als es um bundesweite Belange, länderüberschreitende Aufgaben geht und was einzelne Länder oder Kommunen nicht leisten können. Nach meiner Einschätzung ist dieses Gebiet zur Zeit etwas kurz gehalten. Wir befinden uns hier in der Außenstelle des Bundeswirtschaftsministeriums, und zwar im Referat für Innovationsförderung in den neuen Bundesländern. Dieses Referat beschäftigt sich mit der Forschungsförderung. Aus der Presse wissen wir ja, daß sehr viele Betriebe zur Zeit einem starken Strukturwandel unterzogen sind, und die Einsparung geht häufig auf Kosten der Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen der Betriebe. Wir versuchen dem mit einer Auftragsförderung, die die Strukturanpassung betrieblicher und industrienaher Forschungseinrichtungen erleichtern soll, gegenzusteuern.

form+zweck
Nach welchen Kriterien wählen Sie die zu fördernden Aufträge aus?

Hacke
Zunächst hat jedes Unternehmen mit eigenem Forschungsauftrag das Recht, einen Antrag auf Förderung eines Forschungsthemas zu stellen. Zweites Kriterium ist die Anzahl der Mitarbeiter eines Unternehmens. In den neuen Bundesländern kann ein Unternehmen mit bis zu tausend Mitarbeitern einen Antrag stellen. Weiterhin muß das Ergebnis der Entwicklungsarbeit vermarktungsfähig sein.
Neben der Auftragsförderung, die 1991 angelaufen ist, sind zwei weitere Förderprojekte, und zwar die »Innovationsförderung« und die »Personalförderung Ost« (PFO) für F/E-Mitarbeiter vom Bundesministerium für Wirtschaft bei der Europäischen Gemeinschaft zur Notifizierung eingereicht.
Ziel der Innovationsförderung ist es, kleine und mittlere Unternehmen des produzierenden Gewerbes im Beitrittsgebiet bei der Entwicklung neuer Produkte und Verfahren zu unterstützen.
Bei der Personalförderung Ost sind Personalaufwendungen für das in Forschung und Entwicklung tätige Personal förderfähig, sofern dessen Tätigkeit darauf gerichtet ist, neue oder verbesserte Erzeugnisse oder Verfahren zu gewinnen, um so die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des antragstellenden Unternehmens zu verbessern. Ab 1992 ist mit dem Wirksamwerden dieser Projekte zu rechnen. Bei der fachlichen Einschätzung der Anträge für die Auftrags- und Innovationsförderung ziehen wir neutrale Fachleute aus Wirtschaft und Forschung hinzu.

 

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