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form+zweck 2+3

Noch einmal: Ökologie, noch einmal: Recycling, noch einmal: DDR

 

 

Heiko Schiller

Zurück aufs Wasser

 

Die Funktion eines schwimmenden Hotels, das durch die Besonderheit des Standortes und sein bauliche Struktur auf die Freizeiterschließung von »natürlicher« Landschaft ausgerichtet sein soll, war zu überprüfen. Im Hinblick auf: Ökologie und Umweltbelastung, Wirtschafts- und Infrastruktur und soziokulturelle Prämissen einer Standortregion. Mit der schrittweisen Trennung von Wohn- und Freizeitbereichen im Verlauf der industriellen Entwicklung kam auch die »Sehnsucht« nach der eigenen Insel immer wieder zum Ausdruck. Wahrnehmungsfreiräume, Sinnlichkeit und Klimaeinwirkungen, welche von Wasserflächen ausgehen, machen diese zu besonderen Orten der Erholung. Der Ort des Hotels und die Region - Märkische Gewässer, Berliner Gewässer - waren bei meinen Überlegungen fiktiv, zugleich aber bildeten sie den Bezug für das landschaftliche Umfeld und die regionale Charakteristik der Entwurfslösung. Das schwimmende Hotel soll seinen Standort über einen längeren Zeitraum beibehalten, trotzdem sollte ein leichtes Umsetzen möglich sein. Dem Entwurf liegt die Zielvorstellung zugrunde, Freizeitaktivitäten von den ökologisch sensiblen Uferregionen auf die biologisch weniger aktive Mitte von Gewässern zu verlagern. Zudem sollte das schwimmende Hotel in hohem Maße anpassungsfähig sein an unterschiedliche Standorte, wechselnde Umweltbedingungen und modifizierbare Nutzungs- und Aktivitätsprofile. Forderungen an das technische System »schwimmendes Hotel« ergaben sich aus Fragen nach energetischer und zum Teil stofflicher Selbstversorgung sowie nach dem Verbleib der umweltbelastenden Stoffe. Gestalterisch verfolgte ich, unter Berücksichtigung einer kulturhistorisch gewachsenen Formensprache, ein signifikantes Erscheinungsbild. Die Verwendung sparsamer baulicher Mittel sollte dabei Behutsamkeit und Augenmaß für den Umgang mit märkischer Landschaft vermitteln. Es gehörte zu meinem Entwurfsansatz, die für das Funktionieren eines schwimmenden Hotels notwendigen räumlichen Einrichtungen auf Schwimmprahmen gleicher modularer Maße zu ordnen. Die so aufgebauten Prahmen (Kabinenprahm, Gaststättenprahm, Serviceprahm - weiter Aufbauvarianten sind möglich) können aufgrund ihrer Anbindungsgeometrie und versorgungstechnischer Autonomie variabel kombiniert und zu unterschiedlichen Anordnungsmustern gruppiert werden. Auf dieser Basis sind verschiedene Standortvarianten vorstellbar. Möglich ist auch der Gebrauch einzelner Prahmen, räumlich geschlossener Formationen oder auch offener Zuordnungen.